Nahrungsergänzungsmittel: Zwischen Nutzen und Risiko

Vitamin D, Eisen, Omega-3 oder gleich ein Multivitaminpräparat – Nahrungsergänzungsmittel sind allgegenwärtig. Sie versprechen mehr Energie, bessere Gesundheit und optimale Versorgung. Doch wann ist Supplementierung wirklich sinnvoll? Und wann kann sie dem Körper sogar schaden?
Ein Blick in die Praxis zeigt, warum „mehr“ nicht automatisch „besser“ ist.
Wenn Supplemente das Gegenteil bewirken
Eine Patientin kam zu mir, weil ihr Eisenspeicherwert trotz regelmäßiger Einnahme immer weiter sank. Sie nahm Eisen, hochdosiertes Vitamin C und zusätzlich die zweifache Tagesdosis Zink ein. Der Gedanke dahinter: Viel hilft viel – und Überschüssiges wird ohnehin ausgeschieden.
Genau dieser Mythos ist jedoch problematisch.
Nährstoffe wirken nicht isoliert
Im Körper stehen Mikronährstoffe in enger Wechselwirkung zueinander. Eisen muss zum Beispiel ständig seinen Oxidationszustand wechseln, um transportiert und aufgenommen werden zu können. Vitamin C unterstützt diesen Prozess – deshalb werden Eisenpräparate oft kombiniert.
Doch damit Eisen überhaupt in seinen Transporter Transferrin gelangen kann, braucht es ein weiteres Protein: Ceruloplasmin. Und dieses wiederum ist abhängig von Kupfer.
Hier liegt der Knackpunkt.
Wenn gut gemeint zum Hindernis wird
Zink ist ein Gegenspieler von Kupfer. Wird Zink zu hoch dosiert, kann die Kupferverfügbarkeit sinken – und damit auch die Funktion von Ceruloplasmin. Zusätzlich hemmt eine große Menge Vitamin C ebenfalls die Kupferaufnahme.
Das Ergebnis: Egal wie viel Eisen supplementiert wird – es kommt nicht dort an, wo es gebraucht wird. Die Supplementierung war gut gemeint, hat aber genau das Gegenteil bewirkt.
Wann Nahrungsergänzung Sinn macht
Nahrungsergänzungsmittel können sinnvoll sein – wenn sie gezielt, richtig dosiert und fachlich begleitet eingesetzt werden. Pauschale Empfehlungen oder Selbstversuche ohne Hintergrundwissen bergen jedoch Risiken.
Deshalb gilt: 👉 Lass dir Supplemente nur von Fachpersonen empfehlen, die sich mit Nährstoffinteraktionen auskennen.
Dazu zählen unter anderem Diätologinnen und Ernährungswissenschaftlerinnen.
Wie supplementiert man richtig?
Welche weiteren Stolperfallen es gibt, warum Blutwerte immer im Zusammenhang betrachtet werden sollten und wie eine sinnvolle Supplementierung aussieht, schauen wir uns ausführlich an.
🎧 All das erfährst du in Folge 046 der Bauchdetektivgeschichten: „Nahrungsergänzungsmittel: Zwischen Nutzen und Risiko“. Wenn du dich speziell für das Thema Eisen interessierst, empfehle ich dir zusätzlich Folge 043: „Eisenmangel – wie feststellen, was beachten?“
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Wenn du tiefer einsteigen möchtest, unterstützen dich die Wissenshappen „Eisenmangel“ und „Knochenbooster“ dabei, Mikronährstoffe besser zu verstehen und sinnvoll einzuordnen.
- Wissenshappen-Vortrag “Eisenmangel: wieso & was tun?”
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